Bei Kindern sind Krankheitsverläufe schnell – entsprechend schnell soll auch die homöopathische Verschreibung erfolgen. Dr. Sigrid Kruse, Kinderärztin am Haunerschen Kinderspital, Uni-Klinik München, vermittelte ihr Rezept: man kenne die drei wichtigsten Arzneimittel für die häufigsten Indikationen: Das Unruhe-ABC: Acon., Bell., Cham. Verbrennungen/Verbrühungen: Canth., Caust., Ars. Kopfschmerzen nach Trauma: Arn., Hyper., Na-sulf. Natürlich immer abgestimmt auf die Modalitäten und auf die Stimmung des kleinen Patienten. Unkompliziert und schnell. Das passende Mittel ist nicht unter diesen ersten drei? Man erweitere seine Materia-medica-Kenntnisse! So macht das Lernen wirklich Spass.

Es tat gut, sich wieder einmal live zu begegnen! Das Hotel Radisson blu in Luzern bot Corona-konforme Bedingungen, und dank zoom konnte das Seminar als Hybrid-Veranstaltung durchgeführt werden.

In der anschliessenden GV wurde als wesentliches Geschäft der Zusammenschluss mit der OSPH/SAGH beschlossen.

Die SAHP feiert ihren 35. Geburtstag!

Als Thema wählten wir die Arzneimittel Coffea – Vanilla – Cacao. Unter versierter Führung besuchten wir diese Pflanzen in der Masoala-Halle des Zürcher Zoos und lernten Spannendes zu Anbau und Welthandel. Gwundrige Enten begleiteten uns, über unseren Köpfen turnten Lemuren, und wir erfuhren einiges vom Geheimnis des Farbwechsels der Chamäleons. Am Nachmittag vermittelte Daniel Jutzi, Homöopath und Drogist aus Oberhofen BE, die homöopathischen Aspekte: Coffea für überempfindliche Personen; Vanilla – die Verführung; Cacao, freundlich und etwas schüchtern. Wir schnupperten an verschiedenen Essenzen und staunten über allerlei Kurioses. Ein Seminar mit zahlreichen Anregungen!

Im Sorell Hotel Zürichberg fühlten wir uns bestens betreut. Wir genossen den warmen Sommerabend auf der Terrasse beim Apéro, anschliessend wurden wir mit dem feinen Gala-Dinner verwöhnt. 

Es herrschte eine wunderbare Atmosphäre, und viele gute Gespräche zeugen vom Zusammenhalt des Vereins. Ein gelungenes Geburtstagsfest!

Webinar mit Dr. med. Michael Teut

Unsere betagten Patienten mit ihren körperlichen und mentalen Einschränkungen – was kann denn da schon eine Verbesserung/Linderung bewirken?! Es gibt Hoffnung! An eindrücklichen Fallbeispielen zeigte Michael Teut, wie homöopathische Arzneien den Zustand der Senioren günstig beeinflussen können. Sehr wertvoll: die Ausführungen zur Arbeitsweise, wie das GA von Boger effizient eingesetzt werden kann, welche Rubriken richtungsweisend sein können. 

Michael Teut ist Arzt in eigener Praxis und arbeitet seit Jahren zu 50% auf der geriatrischen Abteilung der Berliner Charité. Seine breitgefächerten Erfahrungen in der Betreuung von sehr alten und dementen Menschen verdienen gerade in der heutigen Zeit grosse Aufmerksamkeit. Machts’ nach! Dieser Tag hat uns alle ermutigt, auch bei scheinbar hoffnungslosen Krankheitsbildern die Homöopathie anzuwenden. Angesichts der Fülle an Patienten mit altersbedingten degenerativen Pathologien planen wir ein Folgeseminar im Januar 2022; die Durchführung (live oder als Webinar) wird abhängig von der dann herrschenden epidemiologischen Situation sein. 

  

Dr. med. Markus Wiesenauer, Apotheker/Allgemeinmediziner/Homöopath mit eigener Praxis, kennt bestens die Thematik von fieberhaften Infekten und ganz aktuell die SARS-CoV-2-Symptomatik.

Indikation und Wirkungen von Polychresten (Acon, Bell, Gels & Co), aber auch von weniger geläufigen Arzneimitteln (Ammonium bromatum, Rumex) wurden mit prägnanten Fallbeispielen untermauert, sodass aufgrund von Schlüsselwörtern eine schnelle und sichere Mittelverschreibung gelingt. Auch die Verabreichungsform wurde besprochen. Daneben kamen auch Nosoden zur Sprache, und der Referent verriet seine Anwendungen mit Mischungen, injiziert und peroral verabreicht. Eine Fortbildung mit vielen Denkanstössen!

Insgesamt erhielten wir einen bunten Strauss an topaktuellen und praxisrelevanten Rezepten, einfach und schnell umsetzbar.

Die Fortbildung fand wegen der Corona-Massnahmen als Webinar (zoom) statt; diese Première ist bestens gelungen.

Ein ganz herzliches Dankeschön an Dr. Wiesenauer für die leicht verständlichen Ausführungen und die zahlreichen Tips und Tricks! Ein besonderer Dank auch für seine Flexibilität und für seine Geduld und das Wohlwollen im Vorfeld der Veranstaltung!   

Dr. med. G. Marx führte ins Thema ein, indem er die aktuellsten naturwissenschaftlichen Einsichten übers Mikrobiom darlegte. In der Individualität der Darmbesiedelung könnte eine Erklärung fürs funktionelle Bauchweh sein – und daraus ergeben sich interessante Therapieansätze: Probiotica, Präbiotica, Stuhltransplantation. Die bewährte Diagnosesicherung kam ebenso zur Sprache wie die neusten Trends zur Linderung bei Beschwerden durch Intoleranzen von Lactose – Fructose – Gluten.

Dr. med G. Bleul ermunterte zur homöopathischen Behandlung mit einem wahren Feuerwerk an Fallbeispielen, die alle häufig in der Allgemeinpraxis vorkommen. Eine praxistaugliche Zusammenstellung ermöglicht die Behandlung von häufigen akuten Magen-Darm-Krankheiten mit relativ geringem zeitlichem Aufwand. Und auch Patienten mit einer komplexen Anamnese von Abdominalbeschwerden profitieren – sorgfältiges Repertorisieren vorausgesetzt. Mit der kurzgehaltenen eingängigen Materia medica konnte die Mittelwahl gut nachvollzogen werden.

Die beiden Referenten sind Experten in ihrem Fach und geübte Dozenten. Es war ein Genuss, den Ausführungen zu folgen. Die abgegebenen Unterlagen dienen der Wissenserweiterung und sind für den Praxisalltag hilfreich.

An Dr. Marx und an Dr. Bleul auch an dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön!

Entsprechend ungezwungen und kameradschaftlich war die Stimmung.

Infrastruktur und Betreuung durch die Belegschaft des Hotels Adula waren tadellos.

Rundum ein hochkarätiges Seminar!