In einem neuen  Kurslokal im Hotel Radisson Blu in Luzern vermittelte den zahlreich erschienenen Teilnehmern  Aleksandar Stefanovic in seiner lebendigen Art und Weise und basierend auf seinen profunden Kenntnissen  der Homöopathie, Wissen über die wichtigsten Grippe-Mittel.

Ausgehend von den 8  bewährten Grippemittel nach Douglas Borland (Baptisia, Bryonia alba, Eupatorium perforatum, Gelsemium sempervirens, Kalium bichromicum, Mercurius solubilis, Pyrogenium, Rhus toxicodedron) erweiterte er die Palette.

Er wies auf die Bedeutung des vollständigen Symptomes hin, welches aus dem Ort, der Beschwerde und der Modalität der Beschwerde besteht.

Ein Reigen wichtiger Grippemittel, gruppiert nach den auslösenden Faktoren wie Jahreszeiten, Witterung und der Geschwindigkeit mit welcher sich die Symptome zeigen, werden die Mittel grob eingeteilt und die Leitsymptome besprochen.

Es wurden dazu Fälle gelöst und auch rege diskutiert.

Ein detailliertes Skript wird helfen, die Grippe-Symptome im Alltag zu erkennen und die Patienten gut zu versorgen. Wir sind gut gerüstet für die kommende Winterzeit.

Nochmals herzlichen Dank an Aleksandar Stefanovic.

Philippe Frei ist uns als Therapeut mit weit gefächertem Wissen bekannt. Entsprechend gespannt lauschte die Zuhörerschaft seinen Ausführungen zum Thema „Nocebo“.

Patienten, die ein Nocebo benötigen, sind (noch) nicht bereit für eine Heilung. Sie tragen einen Konflikt aus, entweder innerlich mit sich selbst oder mit ihrer Umgebung oder mit der Welt.

Sie fühlen sich nicht befragt, nicht gehört: Der Therapeut soll aktiv oder passiv zuhören (wunderschönes Bsp für passives Zuhören höre auch https://schoenholzer.bandcamp.com/track/s-lied-vo-de-liebi, link mit freundlicher Genehmigung von Markus Schönholzer).

Es gibt Patienten, die wollen/können die erfolgte Besserung nicht zugeben („es ist jetzt zwar etwas besser, aber ich brauche eine andere Therapie“): Der Therapeut ist ihnen zu nah gekommen.

Andere machen Druck auf den Therapeuten („Sie können mir nicht helfen“): die wollen etwas.

Patienten können in ihren Äusserungen sehr verletzend sein. Diese „Angriffe“ muss der Therapeut richtig einordnen und aushalten, damit er nicht selber krank wird, und er muss parieren können, um den Ratsuchenden in die heilende Richtung zu schieben. 

Nocebos sind Mittel, die dem Geplagten Raum für sich und seine Nöte geben und damit einen Zugang zur Heilung ermöglichen. Wird der Patient gehört, muss er nicht mehr für seine Probleme kämpfen.

Welches Nocebo hilft denn? Der Patient gibt mit seinem Verhalten/seinen Äusserungen den Tip, welches homöopathische Arzneimittel diese Tür zur Heilung öffnen wird. Typische Aussagen weisen aufs passende Mittel hin.

Wir danken Philippe Frei für seine spannenden Ausführungen und für die zahlreichen Tips und Tricks aus seiner langjährigen Erfahrung!

Dr. med. G. Marx führte ins Thema ein, indem er die aktuellsten naturwissenschaftlichen Einsichten übers Mikrobiom darlegte. In der Individualität der Darmbesiedelung könnte eine Erklärung fürs funktionelle Bauchweh sein – und daraus ergeben sich interessante Therapieansätze: Probiotica, Präbiotica, Stuhltransplantation. Die bewährte Diagnosesicherung kam ebenso zur Sprache wie die neusten Trends zur Linderung bei Beschwerden durch Intoleranzen von Lactose – Fructose – Gluten.

Dr. med G. Bleul ermunterte zur homöopathischen Behandlung mit einem wahren Feuerwerk an Fallbeispielen, die alle häufig in der Allgemeinpraxis vorkommen. Eine praxistaugliche Zusammenstellung ermöglicht die Behandlung von häufigen akuten Magen-Darm-Krankheiten mit relativ geringem zeitlichem Aufwand. Und auch Patienten mit einer komplexen Anamnese von Abdominalbeschwerden profitieren – sorgfältiges Repertorisieren vorausgesetzt. Mit der kurzgehaltenen eingängigen Materia medica konnte die Mittelwahl gut nachvollzogen werden.

Die beiden Referenten sind Experten in ihrem Fach und geübte Dozenten. Es war ein Genuss, den Ausführungen zu folgen. Die abgegebenen Unterlagen dienen der Wissenserweiterung und sind für den Praxisalltag hilfreich.

An Dr. Marx und an Dr. Bleul auch an dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön!

Entsprechend ungezwungen und kameradschaftlich war die Stimmung.

Infrastruktur und Betreuung durch die Belegschaft des Hotels Adula waren tadellos.

Rundum ein hochkarätiges Seminar!